Hausgeld bei Eigentumswohnungen: Bestandteile

Wer eine Eigentumswohnung besitzt, muss an die Gemeinschaft das sogenannte Hausgeld bezahlen. Unter Hausgeld versteht man alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Eigentumswohnanlage entstehen. Der Betrag ist eine Vorschusszahlung und monatlich fällig. Die Hausverwaltung erstellt einen Wirtschaftsplan, in dem die Kosten vorausschauend erfasst und auf die Eigentümer umgelegt werden.

Am Ende des Jahres erfolgt eine Abrechnung, zu viel bezahltes Hausgeld wird an die Eigentümer zurückbezahlt, Fehlbeträge werden nachberechnet. Falls die Eigentumswohnung nicht selbst bewohnt wird, sondern vermietet ist, kann der Eigentümer bestimmte Anteile dieser Kosten auf die Mieter umlegen. Der Hausverwalter übernimmt die Aufschlüsselung und Verteilung.

In den Zuständigkeitsbereich der Hausverwaltung fällt auch die ordnungsgemäße Buchung aller Vorgänge. Eine leistungsfähige Software, zum Beispiel der „Hausverwalter“ der Firma Lexware, unterstützt die Hausverwaltung effizient bei all diesen Aufgaben. Welche Kosten auf die Miete umlagefähig sind und welche nicht sowie alle weiteren rechtlichen Grundlagen regelt das Wohnungseigentumsgesetz (WEG).

Umlagefähig: Betriebskosten des Mieters

Die Betriebskosten des Mieters sind in jedem Fall umlagefähig. Dazu zählen die Kosten für den Hausmeister und die Hausreinigung sowie für die Instandhaltung der Außenanlagen. Ausgaben für die Müllabfuhr und den Kaminkehrer sind ebenfalls in den Betriebskosten enthalten. Der Wasserverbrauch, der die Eigentumswohnanlage betrifft, zählt zusammen mit den Abwassergebühren ebenfalls zu den umlagefähigen Betriebskosten.

Des Weiteren ist der Hausstrom umlagefähig. Die Aufzählung ist nicht abschließend. Alle umlagefähigen Positionen sind in der Betriebskostenverordnung genannt. Die Verteilung und Abrechnung gegenüber dem Mieter erfolgt nach dem Verteilerschlüssel, der im Mietvertrag vereinbart ist (in der Regel die Wohnfläche).

Umlagefähig: Heizkosten des Mieters

Bei den Heizkosten des Mieters kommt es grundsätzlich auf die Art der Heizungsanlage an, ob die Heizkosten umlagefähig sind. In den allermeisten Fällen besitzt das Haus eine zentrale Heizungsanlage. An den Heizkörpern befinden sich Messgeräte, die den Verbrauch messen. Diese werden einmal jährlich abgelesen. Die entstandenen Heizkosten muss der Mieter in vollem Umfang tragen.

Zu den Heizkosten gehören auch die Warmwasserkosten. Eine Ausnahme stellen die Heizvarianten dar, bei denen der Energieanbieter direkt mit dem Mieter abrechnet. Das ist dann der Fall, wenn es sich um eine Stromheizung handelt. Stromkosten werden immer direkt vom Energielieferanten verrechnet, der Umweg über die Hausverwaltung entfällt. Alle Heizkosten, die dem Mieter durch eine zusätzliche Heizquelle entstehen, zum Beispiel über den Betrieb eines Kaminofens, muss er ebenfalls unmittelbar bezahlen.

Nicht umlagefähig: Instandhaltungsrückstellungen

Die Instandhaltungsrückstellungen dienen dazu, ein Vorsorgepolster für zukünftige Reparaturen am Haus zu bilden. Mit diesem Posten bauen die Eigentümer Kapital auf, das bei fälligen Renovierungen und Sanierungen verwendet werden kann.

Betroffen sein kann beispielsweise die Heizungsanlage, die Fassade oder die Dacheindeckung. Der Mieter darf an den Instandhaltungsrückstellungen nicht beteiligt werden. Wie hoch die Instandhaltungsrückstellungen sind, hängt vom Alter und Zustand des Gebäudes ab.

Es empfiehlt sich, wenn die Eigentümergemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Verwalter die Rückstellungen in einer angemessenen Höhe festsetzt. So ist man vor unliebsamen Überraschungen sicher.

Nicht umlagefähig: Laufende Instandhaltung

Die Kosten für die laufende Instandhaltung betreffen ebenfalls nur den Eigentümer. Darunter fallen alle Ausgaben, die im Wirtschaftsjahr für die Funktionsfähigkeit der Eigentumswohnanlage aufgewendet werden.

Im Einzelnen können dies zum Beispiel Kosten für Kleinreparaturen sein. Zu diesem Posten zählt auch das Material, das für den laufenden Betrieb notwendig ist. Diese Kosten werden nicht aus den Instandhaltungsrückstellungen beglichen, sondern fallen in die jährliche Abrechnung.

Nicht umlagefähig: Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten muss der Eigentümer alleine tragen. Unter den Verwaltungskosten versteht man die Aufwendungen für die Hausverwaltung, also hauptsächlich die Verwaltervergütung.

Die Aufwandsentschädigung für den Verwaltungsbeirat und die Kosten für die Durchführung der jährlichen Eigentümerversammlung sind ebenfalls nicht umlagefähige Verwaltungskosten. Außerdem zählen die Kosten für die Kontoführung dazu sowie die Ausgaben für die Prüfung von Wirtschaftsplänen und Jahresabrechnungen. Der Verteilerschlüssel für diese Kosten ist in der Teilungserklärung der Wohnungseigentümergemeinschaft verankert.

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